Zum Inhalt springen

Black Friday im Salon: Aktionen, die den Gewinn schützen

Bevor Sie einen November-Rabatt ankündigen, sollten Sie rechnen. Was 30 % Rabatt wirklich vom Ertrag abziehen und welche drei Aktionsformen den Kalender füllen, ohne Ihre Preise zu entwerten.

· 5 Min. Lesezeit

Black Friday im Salon: Aktionen, die den Gewinn schützen

Spätestens Mitte Oktober kommt sie, die immer gleiche Frage: „Was bieten Sie zum Black Friday an?“ Der Handel druckt Plakate mit 50 % Rabatt, und viele Salonbetreiber haben das Gefühl, mitziehen zu müssen. Der November geht vorbei, der Kalender war voll, das Team ist erschöpft – und trotzdem bleibt am Monatsende weniger Gewinn übrig als in einem gewöhnlichen Monat.

Das Problem ist nicht der Rabatt an sich, sondern ein Rabatt ohne vorherige Kalkulation. Hier finden Sie eine einfache Rechenmethode, mit der Sie über eine Aktion entscheiden können, drei Alternativen zum pauschalen Preisnachlass und eine Checkliste, die Sie vor dem 1. November abarbeiten sollten.

Was kostet Sie ein Rabatt von 30 % tatsächlich?

Im Salon funktioniert ein Rabatt anders als im Einzelhandel. Ein Händler gibt einen Teil seiner Warenmarge ab. Im Salon sinkt der Preis, während die Materialkosten und die Zeit Ihrer Mitarbeiterin unverändert bleiben. Ein Beispiel anhand einer Colorationsbehandlung:

PostenNormalpreis30 % Rabatt
Preis der Behandlung150 €105 €
Farbe und Entwickler25 €25 €
Provision der Mitarbeiterin (30 %)45 €31,50 €
Deckungsbeitrag für den Salon80 €48,50 €

Sie senken den Preis um 30 %, der Deckungsbeitrag pro Behandlung sinkt jedoch um knapp 40 %. Um insgesamt denselben Betrag zu erwirtschaften, müssten Sie diese Behandlung etwa 1,65-mal so oft durchführen. Ein Platz, an dem normalerweise 20 Colorationen im Monat stattfinden, müsste im November 33 schaffen. Ist diese Kapazität vorhanden? In den meisten Salons nicht – die zweite Novemberhälfte ist ohnehin gut gebucht.

Diese Rechnung gelingt nur, wenn Ihre Kosten erfasst sind. In sysSalon hinterlegen Sie für jede Dienstleistung Preis, Kosten und Dauer; die bei der Behandlung verwendeten Produkte können automatisch vom Lagerbestand abgebucht werden. So treffen Sie die Entscheidung über eine Aktion auf Grundlage echter Zahlen statt aus dem Bauch heraus.

Drei Aktionsformen, die besser funktionieren als ein Pauschalrabatt

Ziel ist es, von der Nachfrage im November zu profitieren, ohne Ihre Preisliste zu beschädigen. Dafür eignen sich diese drei Ansätze.

1. Behandlungspakete: den Rabatt in die Zukunft verlagern

Statt 30 % auf einen einzelnen Termin bieten Sie 15 % auf ein Paket mit sechs Laser- oder Gesichtsbehandlungen an. Ihre Kundin spart tatsächlich, und Sie sichern sich Termine für die nächsten vier bis fünf Monate. Genau diese Sitzungen füllen später ruhige Monate wie Januar und Februar.

Damit ein Paket nicht nur auf dem Papier existiert, braucht es eine saubere Nachverfolgung. Mit sysSalon verkaufen Sie Mehrfachpakete mit Rabatt und Ratenzahlung; jede Sitzung wird als genutzt, geplant oder offen geführt. Erscheint eine Kundin nicht, markieren Sie die Sitzung je nach Ihrer Salonregel als „Verfallen“ oder „Nicht erschienen“ (wird gutgeschrieben). Das beugt Diskussionen vor, die in hektischen Aktionswochen gern entstehen.

2. Mehrwert: den Warenkorb vergrößern, nicht den Rabatt

Lassen Sie den Preis unverändert und legen Sie eine Leistung mit geringen Kosten und hohem wahrgenommenem Wert dazu: eine Pflegemaske zu jeder Coloration, ein Paraffinbad zu jeder Maniküre. Kostet Sie die Maske 6 €, empfindet die Kundin sie als Geschenk im Wert von 40 €. Ihr Deckungsbeitrag sinkt von 80 € auf 74 € – im Vergleich zu 48,50 € beim Rabatt.

3. Randzeiten-Angebot: Rabatt nur für Termine, die ohnehin leer bleiben

Wenn Sie unbedingt einen Preisnachlass anbieten möchten, koppeln Sie ihn an schwer zu füllende Zeiten, etwa werktags von 10 bis 13 Uhr. So erzeugt der Rabatt neue Nachfrage, statt eine Kundin, die am Samstagnachmittag ohnehin zum vollen Preis gekommen wäre, zum Schnäppchenkunden zu machen. Die Raum- und Mitarbeiteransicht im Kalender zeigt Ihnen, welche Zeitfenster Woche für Woche frei bleiben.

Nennen Sie die Uhrzeiten bei der Ankündigung klar und machen Sie keine Ausnahmen. „Dienstagvormittag 20 % günstiger“ ist ein eindeutiges Angebot. Gewährt eine Mitarbeiterin denselben Preis auf Drängen hin auch am Samstag, wird daraus innerhalb weniger Wochen ein gewöhnlicher Rabatt. Kommunizieren Sie die Regel im ganzen Team mit genau demselben Satz.

Verbinden Sie die Aktion mit Kalender und Anzahlung

In Aktionszeiten steigt die Zahl der nicht wahrgenommenen Termine meist an. Schnäppchenjägerinnen buchen in zwei oder drei Salons und gehen dorthin, wo es zeitlich am besten passt. Fallen beispielsweise fünf Aktionstermine pro Woche zu durchschnittlich 105 € aus, entsteht bis zum Monatsende eine Lücke von über 2.000 €.

  • Anzahlung verlangen: Bitten Sie bei Aktionsterminen um eine kleine Vorauszahlung. In sysSalon nehmen Sie die Anzahlung entgegen, verknüpfen sie direkt mit dem Termin und verrechnen sie beim Bezahlen.
  • Menge begrenzen: Legen Sie eine klare Obergrenze fest, zum Beispiel „40 Pakete im November“. Das schafft Dringlichkeit und lässt Platz für Ihre Stammkundschaft.
  • Überschneidungen vermeiden: An vollen Tagen sind zwei Termine im selben Raum der häufigste Fehler. Ein Kalender, der Überschneidungen pro Mitarbeiterin und pro Raum verhindert, schließt dieses Risiko aus.
Tipp: Öffnen Sie die Aktion einige Tage früher für Kundinnen mit VIP-Status. Treue Kundschaft fühlt sich wertgeschätzt, und Sie füllen die ersten Tage mit Menschen, deren Zuverlässigkeit Sie bereits kennen.

Checkliste vor dem 1. November

  1. Aktualisieren Sie Kosten und Dauer Ihrer fünf meistverkauften Dienstleistungen im System.
  2. Berechnen Sie für jede den Deckungsbeitrag zum Aktionspreis, wie in der Tabelle oben.
  3. Wählen Sie eine Form: Paket, Mehrwert oder Randzeiten. Nicht alle gleichzeitig, sonst verwässert die Botschaft.
  4. Halten Sie Beginn, Ende und Mengenbegrenzung schriftlich fest.
  5. Legen Sie die Höhe der Anzahlung und Ihre Regel für versäumte Paketsitzungen fest und informieren Sie das Team.
  6. Klären Sie vorab, wie Provisionssätze bei Aktionsverkäufen gelten. Ein Streit am Monatsende kostet mehr als die Aktion selbst.
  7. Prüfen Sie den Bestand der Produkte, die Sie als Mehrwert verschenken.
  8. Vergleichen Sie nach Ende der Aktion Ihre Verkaufs- und Zahlungsdaten mit dem Vorjahresnovember.

Schließen Sie den November mit Gewinn ab, nicht nur mit Umsatz

Beim Black Friday mitzumachen ist eine Entscheidung, keine Pflicht. Wenn Sie teilnehmen, gestalten Sie das Angebot nicht als einmalige Preissenkung, sondern als Paket, das Umsatz in die kommenden Monate trägt, als Mehrwert, der den Bon erhöht, oder als Angebot, das gezielt leere Zeiten füllt. Wer im Oktober rechnet, startet in den Dezember mit einer gesünderen Kasse und nicht bloß mit einem müderen Team.

Um Dienstleistungskosten, Paketsitzungen und Termine mit Anzahlung an einem Ort zu verwalten, starten Sie noch heute mit dem kostenlosen Plan von sysSalon – ohne Kreditkarte und ohne Zeitlimit. Möchten Sie sehen, wie es zu Ihrem Salon passt, vereinbaren Sie eine Demo oder entdecken Sie alle Funktionen.

Titelfoto: Vitaly Gariev / Pexels

#Black Friday #Salon-Aktionen #Rentabilität #Behandlungspakete #Anzahlung #Salonmarketing

Ähnliche Beiträge

← Alle Beiträge